VGP I um Coesfeld am 21.-22. 10. 2017

……mit den Launen der Natur

Recht sollte er haben, der Wetterdienst. Wasser wie aus dem Kübel, so sah es morgens, noch ganz früh, aus. Aber pünktlich zur Zusammenkunft der gemeldeten 4 Gespanne zur diesjährigen VGP lichtete sich der Himmel. Sehr zur Freude der Teilnehmer und der angereisten Verbands-Richter. Freundlich wurden wir auf dem Dinkelhof der Familie Bockhold in Heek empfangen und zum deftigen Frühstück eingeladen. Die üblichen Regularien waren schnell erledigt und somit ging es zur ersten Aufgabe der zweitägigen Prüfung. Es ist schon eine enorme Aufgabe für Hund und Führer, über 30 verschiedene Aufgaben in dieser Zeit zu erledigen. Aber immerhin geht es bei der VGP um die „Meisterprüfung“ unserer Jagdhunde. Hier müssen und können sie zeigen, was sie in den letzten Jahren gelernt und nicht vergessen haben. In den schönen Waldungen der Salm-Salm‘schen Forstverwaltung im Borkener Raum empfing uns dann der zuständige Revierförster Udo Hüing. Selbst ein leidenschaftlicher Jäger und Hundeführer, in dessen Revier wir schon zum wiederholten Mal sein durften. Inzwischen meinte es auch der Wettergott gut mit uns und schickte die ersten Sonnenstrahlen durch das herbstliche Laub der zum Teil über 100jährigen Buchen. Als erste Aufgabe waren die Waldfächer zu erledigen. Die Schweißfährten, über Nacht gestanden und 400 m lang, trieben dann die ersten Schweißperlen bei dem einen oder anderen Hundeführer auf die blanke Haut und damit ganz schnell durch Hemd und Jacke. Die Verleitungen durch anderes Wild (Hase, Reh, Rot- und Schwarzwild) waren für manchen Hund interessanter als die künstlich hergestellte Schweißfährte. Alle 4 Prüflinge kamen zwar zum ausgelegten Stück, aber mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die erste Hürde war genommen, aber schon wartete das nächste Schreckgespenst – die Arbeit mit dem Fuchs. Fuchs-Schleppe und Bringen von Fuchs über Hindernis, schreibt sich einfach, ist aber für einige Hunde eine ekelige, weil stinkige Angelegenheit. Einer der Aspiranten verweigerte beide Aufgaben und konnte somit nicht weitergeprüft werden. Ja, so streng sind hier die Prüfungsanforderungen, sehr zum Leidwesen des betroffenen Führers mit seinem Hund. Aber jeder, der Hunde ausbildet und auch führt, kennt diese Situation – auch der Hund darf mal einen schlechten Tag haben – und zweimal am Tag „stinkender Fuchs“, wer mag das schon. Bis zum späten Nachmittag waren dann auch die restlichen Waldfächer geprüft, ohne besondere Vorkommnisse für die verbliebenen drei Gespanne. Der zweite Tag war für die Arbeiten Wasser und Feld reserviert. Wasser gab’s reichlich, zum Teil „strichweise“ zum Teil heftig, aber immerhin. Bei diesen Arbeiten gab es zwar auch unterschiedliche Leistungen, aber jeder Hundeführer wusste durch das „offene Richten“, wo er stand und wo er sich ggf. noch verbessern konnte. Besondere Anforderungen stellt die Prüfungsordnung an den Gehorsam. Hunde, die zur VGP antreten, müssen beweisen, dass sie auch in Ausnahme Situationen ihre Nerven beherrschen und stellen dann oft mit Erschrecken fest, dass Herrchen nervlich völlig „am Ende ist“. Aber so ist sie, die „Meisterprüfung“ – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Die Zusammenarbeit Hund und Führer soll so sein, wie sie auch im praktischen Jagdbetrieb gern gesehen wird – harmonisch und einvernehmlich. So endeten dann auch zwei VGP – Tage, die mit einem gemeinsamen Essen ihren Abschluss fanden. Besonderen Dank an dieser Stelle nochmals der Familie Bockhold für den freundlichen Empfang und die schmackhafte Versorgung, Heinz Amshove und Jörg Krabbe für die Vorbereitungen und natürlich dem Revierförster Udo Üing – allen ein kräftiges Ho-Rüd-Ho.

Hier die Ergebnisse:

Hund Nr. 1 Nero II vom Dinkelhof DK geführt von Paul Bockhold 1. Preis mit 312 Punkten

Hund Nr. 2 Quelle von Heek DL geführt von Heinz Amshove, Heek 1. Preis mit 334 Punkten

Hund Nr. 3 Queen II vom Dinkelhof DK geführt von Th. ten Elzen ohne Preis

Hund Nr. 4 Mona v. Kalkrieser Berg DK geführt von Rolf Lindwehr 2. Preis mit 319 Punkten

Uns freut besonders, dass Rolf Lindwehr mit seiner Hündin Mona vom Kalkrieser Berg als „Erstlings-Führer“ dieses Ergebnis erzielen konnte – Waidmannsheil.

Ferdinand Schlattmann