IKP 2017 in Ungarn

Die Puszta rief – und alle kamen

Über 200 Deutsch-Kurzhaar waren zur diesjährigen IKP (Internationale Kurzhaar-Prüfung) nach Ungarn gekommen. Einige per Flugzeug, andere mit dem Auto und hatten etwa 1300 bis 1500 km vor der Brust. Eine Strapaze für die Hunde und natürlich auch für die Fahrer. Spätestens bei der Ankunft im Prüfungsbüro in Fülöpsálas, in der Nähe der bekannten Stadt Kecskemét, waren alle Anstrengungen vergessen. Einige Teilnehmer waren schon Tage vorher angereist um die Hunde an die neue Umgebung zu gewöhnen und in ausgesuchten Revieren noch etwas zu üben. Angekündigt waren durch die Ungarn gutes Vorkommen an Rebhühnern und Fasanen, sowie gelegentlich auch Hasen. Die Anmeldung im Prüfungsbüro war am Freitag, 29. September 2017. Um 13.00 Uhr erfolgte dann die offizielle Begrüßung mit standesgemäßem Hörnerklang – ein Genuss. Danach folgte dann die spannende Formwertbeurteilung. In 4 Ringen wurden die Hündinnen und Rüden vorgestellt und durch jeweils 3 Zuchtrichter in jedem Ring beurteilt. Hier galt es festzustellen, ob der mitgebrachte Formwert auf internationaler Basis bestätigt werden konnte. Einige Hunde konnten ihren Formwert nicht halten und wurden herabgestuft, einige hatten aber Glück und wurden im Formwert verbessert. Leider konnten auch einige Hunde nicht geprüft werden, da der Formwert „Gut“ festgestellt wurde, was zum Ausschluss führt. Ebenso erging es einigen Hunden, die nervlich nicht in Ordnung waren und damit ausschieden. Insgesamt zeigte sich aber ein sehr schönes Feld von Rüden, bei den Hündinnen war es schon mal besser. Traditionell erfolgte dann die Richterbesprechung, an der auch die Teilnehmer zugelassen waren. Hauptsächlich dient sie dazu, möglich einheitliches Richten zu gewährleisten.

Die Prüfung begann dann am Samstag, 30. September. In Gruppen von 3 bis 5 Hunden wurden 39 Einheiten um 7.30 Uhr an den verschiedenen Treffpunkten erwartet. Einige Gruppen arbeiteten zuerst im Feld, andere erst am Wasser. Das Wetter meinte es gut mit allen Teilnehmern, morgens war es teils sehr kühl, den ganzen Tag über dann aber Sonnenschein mit Temperaturen von 20 bis 24 °.

Die Puszta ist ein großflächiges, weites Land, kaum Baumbesatz, dafür aber, man glaubt es kaum, Weingärten auf ebener Erde. Hier wird unter anderem der gute Tokaja produziert – gefährlich, wenn es mal ein Glas zu viel wird.

In diesen großen Flächen konnten sich unsere Hunde richtig los lassen und zeigen, was sie gelernt hatten. Einige kamen mit der z. T. unbekannten Spezies „Rebhuhn“ nicht zurecht und hatten dann Probleme, die Prüfung zu bestehen.

Bei der Wasserarbeit gab es andere Schwierigkeiten. Zum Teil waren die Gewässer riesig groß, andere Kanal ähnlich, wohl mit Schilf bewachsen aber sehr dicht. Das bereitete nicht nur den Hunden Probleme, sondern auch den Enten, die das dichte Schilf nicht annahmen. Von vergleichbaren Bedingungen konnte man hier in der Tat nicht sprechen. So hatte der eine Suchen-Glück, der andere Pech. Alles in Allem war diese IKP aber bestens vorbereitet und alle Beteiligten hatten sich viel Mühe gemacht.

Unsere Teilnehmer hatten das Glück auf ihrer Seite. Alle 4 Hunde haben diese IKP 2017 bestanden, drei sogar mit einem 1. Preis, ein Hund bekam einen 2. Preis. Der mitgebrachte Formwert wurde bei allen Hunden bestätigt. Erfreulich, dass unsere z.T. jungen Führer/in zum ersten Mal an einer großen, internationalen Prüfung teilnahmen. Sie haben aber bewiesen, dass die gute, intensive Vorbereitung die Basis für diesen Erfolg war.

So konnte die einzige Frau in unserem Team, Luisa Weber aus Geseke mit ihrer Hündin „Aska vom Vöhteich“ die Prüfung mit einem I. Preis und volle Punktzahl mit 136 Pkt. bestehen.

Ebenso Andreas Pecuch aus Bünde, der seinen Rüden „Watson von der Fuchshöhe“ mit einen zweiten Preis und 127 Pkt. durch die Prüfung brachte.

Auch Malte Wolter hatte das Glück mit seinem Rüden „Caligula Contiomagnus“, er erreichte einen I. Preis mit 132 Pkt.

Den Vogel schoss dann Marcel Driezes aus Markelo (Niederl.) mit seinem Rüden „Geralt z Brillicke Zatoky“ ab. Er bekam ebenfalls eine I. Preis mit voller Punktzahl 136 Pkt. und auf der Zuchtschau den Formwert „vorzüglich“

Unsere Teilnehmer können auf ihren Erfolg stolz sein. Für sie war es der erste internationale Test und hoffentlich nicht der letzte.

In einer gemütlichen, fröhlichen Runde wurde der Erfolg gefeiert, auch mit einigen Mitgliedern von uns, die als „Zaungäste“ mitgereist waren. Sie haben sich vor Ort ein Bild machen können und haben ein weiteres Ziel vor Augen, die Teilnahme an der nächsten IKP.

Es waren schöne, erfolgreiche Tage in Ungarn und Ansporn für das, was noch auf uns zukommt – die Dr. Kleemann Zuchtausleseprüfung 2018 in Schleswig-Holstein.

Der Klub Artland-Emsland e. V. ist froh über aktive, junge Führer und schickt jedem IKP-Teilnehmer herzliche Glückwünsche. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg bei den vor uns liegenden Niederwildjagden und den Hunden viel Wild. In diesem Sinne ein kräftiges „Ho-Rüd-Ho“ und Waidmannsheil.

F. S.